The Blog

Die besten Ideen passen auf eine Serviette – und dann? Von der Idee zum Produkt.

 

Das Dilemma der Produktentwicklung.

Aus Sicht des Erfinders (m/ w/ d) ist es eigentlich ganz einfach: Er hat die Idee, meist passt sie ja auf eine Serviette, der Entwickler setzt die Idee um. Doch die Realität sieht anders aus und offenbart zumeist einen unausweichlichen Konflikt: Für den Erfinder sind viele Details unwichtig, der Entwickler kann ohne deren Klärung nichts entwickeln. Aus Sicht des Entwicklers stellt sich die Situation ähnlich verzwickt dar: Jeden Tag eine neue Serviette, alles muss immer ganz schnell und unkompliziert gehen, am Liebsten sofort ein MVP und raus zu den Kunden. Doch oftmals passen Budget, Zeit und Inhalt gar nicht zusammen.

Zur Lösung dieses Dilemmas bedarf es also einer Umgebung und eines Vorgehens, in denen Ideen auf dem Weg in die Technik aufblühen und nicht verkümmern. Unter Aufblühen verstehen wir, dass sich das Wesen der Erfindung im Projekt prägnant widerspiegelt, in der Lösung Notwendiges von nicht Notwendigem unterscheidbar ist und die Ziele in Bezug auf Kosten, Zeit erreicht werden Wer kann das leisten? Betrachten wir dazu die Aufgabe des Erfinders und des Entwicklers und versuchen wir uns an einer Negativdefinition: Es ist nicht Aufgabe des Erfinders, alle Details zu beschreiben und es ist nicht Aufgabe des Entwicklers, Details zu erfinden.

Diese Erkenntnis legt nahe, dass es einer Rolle bedarf, die – gemäß unseren Erfahrungen – in Unternehmen zumeist fehlt. Eine Rolle, verantwortlich für die detaillierte Definition der Lösung (Produkt). Eine Rolle, die sowohl Erfinder als auch Entwickler verpflichtet ist – ein Bindeglied quasi zwischen Kreativität und Naturgesetzen. Für diese Rolle jedoch gibt es keinen erlernbaren Beruf und so sind eben jene erfolgskritischen Kompetenzen dieser Tätigkeit für den Transfer der Idee zum Produkt oftmals nicht vorhanden.

Mögliche Lösungsansätze für eine erfolgreiche Produktentwicklung.

Aus unserer vieljährigen Projekterfahrung lassen sich für das Dilemma der fehlenden „Bausteine“ einer erfolgreichen Produktentwicklung die folgenden Lösungsansätze aufbieten:

  • Ebenen von Requirements: In der Softwareentwicklung kommen wir weg von „den Requirements“ oder „dem Lastenheft“. Vielmehr geht es um die bewusste Aufstellung von Eben von Requirements, also bspw. sogenannte Business Requirements oder technische Requirements. Der Clou, verschiedene Rollen zeichnen für verschiedene Ebenen von Requirements verantwortlich. Der Erfinder könnte die Business Requirements definieren, woraufhin der Entwickler die technischen Requirements definiert. Wichtig hierbei: Die Requirements dienen der Idee und der Umgebung, nicht umgekehrt.
  • Etablierung eines Lösungsarchitekten. Kein Haus ohne Architekten. Kein Produkt ohne Lösungsarchitekt. Eben jener Lösungsarchitekt könnte es sein, der strukturell sämtliche Ebenen von Requirements definiert und inhaltlich zusammenführt zum Gesamtkonstrukt.
  • Einführung von Requirements Proxies. Nicht jeder Erfinder weiß im Detail, wie man nun Requirements formuliert oder hat die notwendige Zeit, Requirements zu formulieren. Die Engpässe dieser Personen kann man aufheben durch sogenannte Proxies, die das eigentliche Doing übernehmen. So ist es einfacher und effizienter, aus „kreativen“ Workshops Inhalte (Business Requirements) zu generieren, die dann der nächsten Ebene zur Verfügung stehen.
  • Transparentes Vorgehen. Der Einsatz verlässlicher und geeigneter Tools für das Projekt Management und Requirements Engineering ist unerlässlich (vgl. unser Webinar dazu).

Bei all dem ist wichtig, zu validieren und zu verifizieren. Requirements sind dafür der bevorzugte Ausgangspunkt, um diese immer wieder mit der ursprünglichen Idee zu spiegeln. Denn letztlich zählt nur, ob die Lösung das tut, was ursprünglich gewollt war und ob die Lösung dies korrekt tut!

Sie haben Fragen, benötigen Unterstützung in diesem Bereich oder suchen einen one-stop-shop für Ihre Produktentwicklung? Wir sind gerne für Sie da.

Übrigens: Auch auf dem DIGITAL FUTUREcongress virtual stehen wir Ihnen mit unseren Experten vom 26. – 28. Mai 2020 für ein virtuelles Gespräch zur Verfügung. Ticktes dafür gibt es auf der entsprechenden Homepage oder direkt bei uns unter grohmann@digital-enabler.com.

Leave a Reply

Your email address will not be published. Required fields are marked *

  • Roman-Wambacher_300x300

    Dipl.-Ing. Roman Wambacher

    Roman Wambacher founded a couple of successful IoT startups in the past five years. Prior to that, he established and headed the department of electronics and control engineering at Liebherr in Bischofshofen. Summarized, he has more than ten years of experience in design and delivery of huge, complex and value generating IoT solutions. Furthermore, Roman is part of the business community of www.enterprise-iot.org where he is also involved as an author and expert for embedded systems technology. Roman studied Engineering at Graz University in Austria.

  • Michael-Jungmann_300x300px

    Dipl.-Inf. Michael Jungmann

    Michael has been in the IT industry for 20+ years focusing on distributed systems. Michael has a strong track record in delivering enterprise and consumer IoT solutions during the previous 8 years. He works closely with customers in projects to derive requirements from business goals, drives system architecture and leads SCRUM teams to deliver large-scale value-generating IoT solutions. Furthermore, Michael is part of the business community of www.enterprise-iot.org where he is also involved as an author and expert for architectural software design. Michael holds a MSc. in Computer Science at Technical University of Ilmenau where he specialized in telematics and databases.

  • Alexander-Grohmann_300x300px

    Dr. Alexander Grohmann

    Alexander was heading the Competence Center Digital Products at Alfred Kärcher GmbH & Co KG after his time as assistant of the Vice Chairman of the Management Board. He published articles focusing on Return-on-Invests of IoT solutions and IoT development. Alexander studied Industrial Management and was fellow of the “Thomas Gessmann Foundation“. Currently, he is working on a book named “smart-service.world” which will be published in March 2017, he is member of the board at the Association of Engineers (VDI) Baden-Wuerttemberg, leading the VDI „B2B Sales“ Group and lectures “Digital Transformation” in master programs at Aalen University.

  • Roman-Wambacher_300x300

    Dipl.-Ing. Roman Wambacher

    Roman Wambacher verantwortet als einer der Gründer von Digital Enabler den Bereich Embedded Systems Development, Projektmanagement und Business Consulting. Gemeinsam mit seinen beiden Kollegen teilt er die Leidenschaft für das große Thema Digitale Transformation. Wambacher hat seit 2011 bereits mehrere heute erfolgreiche Unternehmen in der Industrie 4.0 Szene gegründet und war vor seiner Unternehmerzeit für knapp 8 Jahre bei Liebherr in Bischofshofen. Dort hat er den Bereich Entwicklung Steuerungstechnik und Elektronik aufgebaut und zuletzt als Abteilungsleiter geführt. Im Rahmen dieser und seiner Unternehmertätigkeit kann er auf mehr als zehn Jahre Erfahrung in Konzeption und Lieferung von großen IoT-Systemen zurückgreifen. Neben der technischen Expertise hat sich Roman Wambacher auf die Entwicklung von IoT-Geschäftsmodellen nach wertbasierten Ansätzen sowie Projekt- und Lieferantenmanagement spezialisiert. Roman Wambacher hat sein Diplomstudium an der Technischen Universität in Graz absolviert.

  • Michael-Jungmann_300x300px

    Dipl.-Inf. Michael Jungmann

    Michael Jungmann ist als Gründungsmitglied von Digital Enabler für das Requirements Engineering, die Softwareentwicklung sowie die Führung der Entwicklerteams verantwortlich. Seine Leidenschaft ist  die Digitale Transformation und neue Technologien. Weiter beschäftigt er sich mit dem Thema Interoperabilität intelligenter Produkte und dem Zusammenspiel aus Kundenanforderungen, Businesszielen, Systemarchitekturen und Projekt-, bzw. Lieferantenmanagement. Vor der Gründung von Digital Enabler war Michael Jungmann bereits bei mehreren Unternehmen im IoT-, Machine-to-machine und Telematikbereich als Gründer und Geschäftsführer aktiv. Jungmann besitzt mehr als 15 Jahre Erfahrung in der kundenfokussierten Umsetzung und dem Projektmanagement internationaler, hoch skalierter IoT-Projekte sowie in der Softwareentwicklung von verteilten Systemen. Seine vielseitigen Projekt- und Industrieerfahrungen sammelte er u. a. in der Automobilindustrie, der Sicherheitsbranche, der Medizintechnik und der Baumaschinenindustrie. Michael Jungmann studierte an der Universität Freiburg Informatik mit dem Schwerpunkt Telematik.

  • Alexander-Grohmann_300x300px

    Dr. Alexander Grohmann

    Alexander Grohmann verantwortet als Gründungsmitglied von Digital Enabler das Business Development, Marketing und Vertrieb. Thematisch beschäftigt er sich mit der intelligenten Stadt der Zukunft, der smart city sowie der Entwicklung innovativer Servicekonzepte. Dr. Grohmann hat zuletzt drei Jahre bei der Alfred Kärcher GmbH & Co KG das Competence Center Digitale Produkte inkl. IoT, aufgebaut und verantwortet. Zuvor war er zwei Jahre Assistent des stv. Vorsitzenden der Geschäftsführung. Vor dieser Zeit sammelte er Erfahrungen im Automobilzulieferbereich und dem Maschinen- und Anlagenbau. Grohmann studierte als Stipendiat des Stifterverbunds der Deutschen Wissenschaft International Sales und Industrial Management in Deutschland, China und Südafrika. Parallel zur Promotion mehrere Jahre Projektleiter im Steinbeis Transferzentrum Institute of Technology, Marketing and Service Management. Er ist Mitglied des Vorstandes sowie Leiter des Arbeitskreises Technischer Vertrieb im Württembergischen Ingenieurverein (VDI), aktiv im VDMA Arbeitskreis Remote Services und liest Industrial Service Engineering an der Hochschule in Aalen.